Border Terrier KfT

Border Terrier Förderverein im KfT

Gesundheit

Wie gesund ist die Rasse?

Der Border Terrier ist eine der gesündesten und robustesten Rassen überhaupt mit einer hohen Lebenserwartung. Krankheiten am Bewegungsapparat wie HD oder ED, wie sie aus anderen Rassen bekannt sind, gibt es beim Border Terrier quasi nicht. Natürlich kann jedes Lebewesen erkranken, davor kann sich leider niemand schützen. Rassetypische Erkrankungen gibt es eigentlich nicht. Es gibt beim Border Terrier, aber auch bei anderen Rassen, eine Erkrankung die unter dem Namen CECS oder auch Spike`s disease, nach dem Hund, der mutmaßlich als erstes diese Erkrankung zeigte, firmiert. Es sind Krampfanfälle, die aber nicht epileptischer Natur sind. In England und in diversen anderen Ländern wird intensiv über diese Krankheit geforscht, um ein seriöses Diagnoseverfahren und besonders auch einen Gentest zur Verfügung stellen zu können. Gezeigt hat sich, dass diese Hunde sich sehr gut mit glutenfreier und proteinarmer Ernährung stabilisieren lassen, bis hin zum völligen Ausbleiben der Anfälle.

Einen Beitrag über die aktuelle Forschung hierzu finden Sie in den Downloads unter "Gesundheit".

Die Hunde sind ansonsten in ihrer Lebensqualität nicht beeinflusst und erreichen durchaus auch ein hohes Lebensalter, es sind Hunde bekannt, die damit 17 Jahre alt wurden. Die Züchter haben momentan keine Möglichkeit, sich vor dieser Krankheit zu schützen, da der Gentest noch nicht vorliegt. Trotzdem wird natürlich versucht, Linien, von denen Fälle bekannt sind, zu meiden. Hierdurch wurde auch bereits eine Reduzierung der Erkrankungen erreicht.

Die tatsächliche Ausbreitung dieser Erkrankung innerhalb der Rasse kann nicht wirklich seriös beurteilt werden, da betroffene Besitzer sich oftmals nur in irgendwelchen Internetforen äußern. Der Prozentsatz dürfte aber im einstelligen Bereich liegen.

Wer einen Hund hat, der von dieser Erkrankung beroffen ist, wird gebeten, DNA seines Hundes an den Animal Health Trust in England zu schicken. Es werden ständig Proben gesucht von erkrankten Hunden, aber auch von gesunden Hunden sind Proben hilfreich als Vergleichsproben.

Die entsprechenden Swabs (Abstrich der Maulschleimhaut) können hier angefordert werden:
BRYAN MCLAUGHLIN bryan.mclaughlin@aht.org.uk

Das Ganze kostet nur das Porto nach England. Mehr dazu finden Sie unter Downloads/Gesundheit.

Wir sind zur Zeit dabei, einen Flyer zu diesem Thema, basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung zu erarbeiten.

 

SLEM

Gentest und veröffentlichte Ergebnisse

Wichtiger Hinweis!

Nach Rücksprache mit unserer Klubzuchtwartin Frau Dr. Bottenberg, können und sollen die Ergebnisse der SLEM getesteten Hunde ab sofort in die Zuchtdatenbank des Klub für Terrier e.V. eingepflegt werden.

Bitte das Untersuchungsergebnis aus dem der Befund hervorgeht an das Zuchtbuchamt senden. Die klare Zuordnung durch Chip-Nr. und Zb-Nr. muss gegeben sein.

Der Eintrag würde folgendermaßen lauten: 

DNA-SLEM N/N für die freien also als clear eingestuften Hunde

DNA-SLEM N/SLEM für die als Träger also carrier eingestuften Hunde und

DNA-SLEM SLEM/SLEM für die als erkrankt also affected eingestuften Hunde

Bitte macht davon regen Gebrauch!

Spongiform Leucoencephalomyelopathy (SLEM), auch bekannt als Shaking Puppy Syndrom

Diese Erkrankung befällt junge Welpen ab dem Zeitpunkt, wo sie die Augen öffnen und anfangen aktiv zu werden. Sie entwickeln, von den Hinterbeinen an, einen starken Tremor, der sich fortschreitend durch den ganzen Körper zieht und es ihnen im schlimmsten Falle nicht mehr ermöglicht, an der Zitze „anzudocken“. Die Erkrankung ist weder therapierbar noch heilbar. Die betroffenen Welpen müssen eingeschläfert werden. Bei Obduktionen zeigten sich Veränderungen der Nervenstrukturen des Hirns. Elterntiere und Wurfgeschwister waren nicht erkrankt.

Fälle dieses SPS gab es in den letzten Jahren beim Border Terrier verstärkt in den USA, Canada und UK. Es sind aber auch Fälle in Australien und ganz Europa, einschließlich  Deutschland, bekannt geworden. Wahrscheinlich gibt es hier eine erhebliche Dunkelziffer, da auch die Tierärzte mit dieser Symptomatik nichts anfangen konnten. Das SPS ist auch aus Rassen wie Weimaraner, Chihuahua und weiteren bekannt. Teilweise haben auch diese Rassen Gentests und arbeiten damit.

In Zusammenarbeit mit dem AHT in England ist es der University of Missouri nun gelungen, das mutierte Gen für diese Erkrankung zu identifizieren und einen Test heraus zu bringen. Dieses gibt uns die Sicherheit, Träger des Gens zu identifizieren und die Anpaarungen dieser Träger an freie Partner zu ermöglichen. Bisher konnten Träger erst dann identifiziert werden, wenn es zur Erkrankung gekommen war. So erklärt es sich auch, dass Rüden bereits über Jahre gedeckt haben, ohne dass die Erkrankung bei der Nachzucht aufgetreten ist, erst bei einer bestimmten Anpaarung trat das SPS dann auf. Niemand sollte sich sicher fühlen, nur weil es „noch nie aufgetreten ist“. 

Es handelt sich um einen einfach rezessiven Erbgang, es müssen also beide Elterntiere das mutierte Gen tragen, damit es zur Erkrankung kommen kann. Die Elterntiere selbst und die Geschwister sind nicht erkrankt. In dem Wurf selbst können, neben dem erkrankten Welpen, Träger und freie Geschwister sein. Ich betone an dieser Stelle nochmals ganz ausdrücklich, dass es NICHT darum geht, Träger aus der Zucht zu eliminieren, sondern deren Verpaarungen entsprechend vornehmen zu können. Es wird seitens ALLER Genetiker ausdrücklich davon abgeraten, Träger aus der Zucht auszuschliessen.

Auch soll hier keine "Hexenjagd" auf etwaige Träger veranstaltet werden. Es gibt in vielen anderen Rassen Gentests für Erkrankungen dieses Erbganges und auch dort ist es möglich, dass eine verantwortliche Zuchtpolitik betrieben wird, mit Trägern gezüchtet wird und mit den Ergebnissen offen umgegangen wird. Dieses sollte auch unter uns Border Terrier Züchtern möglich sein!  

Eine Verpaarung eines Trägers mit einem freien Partner wird somit KEINE erkrankten Tiere hervorbringen, die Nachzucht wird frei oder Träger sein. Somit ist es notwendig, diese Tiere vor Zuchteinsatz wiederum zu testen, um auch hier wieder ggf. einen freien Partner suchen zu können. Hunde, die nicht zur Zucht vorgesehen sind, brauchen nicht getestet werden. 

Die Nachzucht zweier freier Partner ist frei und braucht nicht getestet werden. Der Gentest ist erhältlich über den AHT in England. Es besteht auch keine Pflicht, die Ergebnisse zu veröffentlichen, auch hierauf sei ausdrücklich hingewiesen. Die Entscheidung kann jeder für sich selbst treffen, ob er das möchte, oder nicht. Falls jemand veröffentlichen möchte, führt Frau Brigitte Belin in der Gruppe Border Terrier International Health Group eine Liste. Dorthin kann man dann die Ergebnisse senden. Ebenfalls führt Steve Dean beim AHT eine solche Liste. Auch hier das Angebot, dass die Ergebnisse von uns weiter geleitet werden können.

Wer Hilfestellung bei der Bestellung des Test benötigt, kann sich gerne an Yvonne yvonne.tilke@gmx.com, Annemarie heinecke-border@web.de und Andrea andrea.veth@web.de wenden.

Die entsprechenden Links finden Sie im Anschluß an diesen Text. Es wäre wünschenswert, dass alle Züchter und, vor allem, auch die Deckrüdenhalter, ihre Hunde testen lassen, damit deren Status bekannt ist.

Der Artikel wurde verfasst unter Verwendung der Veröffentlichungen des AHT zu diesem Thema.

Yvonne Tilke
Rassebetreuerin

 

https://www.ahtdnatesting.co.uk/log-in/?loggedout=true
https://borderterrierhealth.org.uk/slem-results-list.html

Ergebnisse Russland:
http://borderterrierclub.ru/slem_results_list/

Facebookgruppe Border International Health Group mit ständig aktualisierten Testergebnissen:
https://www.facebook.com/groups/2099003043458919/files/